|
Seite 1 2
|
Die Idioten von
der
Feuerwehr |
|
Stellen Sie sich bitte mal vor, dass Sie an einer
Hauptstraße wohnen. Nachts um drei Uhr fährt mit Tatü Tata und Radau
die Feuerwehr und der Rettungsdienst mit größtenteils freiwilligen und
unbezahlten Helfern an Ihrem Haus vorbei. Sie werden sofort wach und
denken eventuell...
|
| ... Hoffentlich kommen
die noch rechtzeitig !!!
oder
... Naja, nach der StVO muss der
Fahrer ja mit
Blaulicht
und laufendem Signalhorn fahren !!!
oder
(am wahrscheinlichsten)
... Müssen diese Idioten wieder so
einen Krach
machen ??? |
|
Aber haben Sie auch schon einmal daran gedacht, dass diese
Idioten vor drei Minuten noch genauso friedlich in ihrem Bett schlummerten wie Sie? Dass diese Idioten
auch um 6 Uhr früh wieder raus müssen, wie Sie? Und dass diese Idioten, wenn sie nach
drei Stunden Einsatz wieder ins Bett fallen, sowieso nicht mehr schlafen
können? Man schläft halt nicht so gut, wenn man gerade einen Menschen
aus einem brennenden Haus oder verunfallten Fahrzeug gerettet hat! Wenn
man ihn überhaupt noch retten konnte!
|
Aber wahrscheinlich werden Sie gar nicht
wach, weil
unsere Fahrer aus Rücksicht auf Sie trotz Vorschrift das Martinshorn auslassen. Oder Sie wohnen erst gar nicht an einer Hauptstraße. |
|
| Dann haben Sie eben Glück und brauchen sich
nicht über diese IDIOTEN von Feuerwehr, Rettungsdienst und den anderen Organisationen aufregen... |
|
| Aber manchmal wünschte
ich, Sie wüssten wie es ist: |
...den Kummer der Familie zu sehen, die gerade nach Hause kommt und
ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder gar zerstört vorgefunden hat. |
...ein brennendes Schlafzimmer nach
eingeschlossenen Menschen abzusuchen, die Flammen schlagen über den Kopf hinweg, Handflächen und Knie
schmerzen, weil man
kriechen muss. |
...die Furcht in den Augen der Ehefrau zu
sehen, wenn ich ihrem Ehemann den Puls fühle und keinen finde. Ich hoffe wieder besseren Wissens, ihn ins Leben
zurück zu holen, aber weiß doch, dass es zu spät ist. Aber seiner Familie muss ich
das Gefühl geben, dass wir alles mögliche getan haben. |
... den unvergleichlichen Geruch brennender
Isolierung, den Geschmack von Ruß auf den Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch die
Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen und die Beklemmung, absolut nichts
durch den dichten Rauch sehen zu können, nachempfinden zu können. |
...am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu
gehen, nachdem man den größten Teil der Nacht heiß und dann wieder durchgeschwitzt beim Großfeuer
verbracht hat. |
...zu einem Feuer gerufen zu werden. Ist es
ein Fehlalarm, oder ein fortgeschrittenes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren erwarten mich?
Sind noch Menschen eingeschlossen? |
...eine junge Frau aus den zertrümmerten
Resten ihres Wagens zu ziehen. Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Frau oder eine Bekannte wäre? Wie werden
Ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Haustür ein Polizist steht, der seine
Mütze in der Hand hält??? |
...nach Hause zu kommen und meine
Eltern/meine Familie zu begrüßen, aber nicht erzählen zu können, dass man beinahe eben nicht mehr vom Einsatz
zurückgekommen wäre. |
...all die Tragödien verarbeiten zu müssen,
die meine Augen gesehen haben. |
...einen kleinen Jungen auf dem Arm zu tragen, der
fragt "Ist meine Mama okay?", und es einem unmöglich ist, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass die
Tränen in die Augen steigen; oder einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen
muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird. |
|
| Mit freundlichen Grüßen
Ihre Feuerwehr
Ihr Rettungsdienst
Ihre Polizei und all die anderen Organisationen |
weiter
>>
|